Kaffeepreis auf Rekordhoch

Im Mai 2011 klettert der Kaffee auf 300 Dollar – zum Vergleich: Im Mai 2010 lag Kaffeepreis bei etwa 130 Dollar. Und obwohl weltweit immer mehr Kaffee gefördert wird, wird der Kaffeepreis weiter ansteigen: Die Erdbevölkerung wächst in extremer Geschwindigkeit. Gleichzeitig steigt die absolute Anzahl an wohlhabenden Menschen – die unter anderem durch Kaffeekonsum ihren Wohlstand ausdrücken.

Zusätzlich stellt der Klimawandel die Kaffeeproduzenten vor immer neue Probleme, was das Angebot nicht mit der Nachfrage mitwachsen lässt. Es bleibt spannend, wie sich der Kaffeepreis entwickelt – optimistisch blickt hier jedoch kaum ein Kaffeefreund in die Zukunft.

Kaffee vom Schneid

Kleine Kaffeeröstereien sind etwas ganz spezielles. Nirgendwo sonst wird Kaffee mit so viel Liebe, Zeit und Geduld geröstet – kein Wunder also, dass der Kaffee dabei immer etwas ganz besonderes ist.

Getestet habe ich die Kaffeerösterei Schneid aus München. Die legen bekanntlich ja besonderen Wert auf qualitativen, schonenden Kaffee – und das kann ich nach meinen Tests voll bestätigen! Aber fangen wir der Reihe nach an: Bestellt habe ich drei verschiedene Kaffeesorten: Den Bio Kaffee Organico, einen Jubiläumskaffee, und einen königlichen Royal Exquisit. Wie versprochen, so gehalten bekam ich bei einem Bestellwert über 20€ die Versandgebühren geschenkt. Dies halte ich für einen feinen Zug und eine faire Regelung. Bestellt und schwupps, kam das Paket auch bereits an:

Die Verpackung war so, wie ich es mir von einem Onlineshop, der auch Bio-Produkte im Programm hat, erwarte: Wiederverwendeter Karton, Umweltpapier – so muss das sein! Gleich beim Öffnen kam dann auch gleich der Geruch in die Nase: Dieses Paket wurde nicht in einer großen Logistik-Halle verpackt, sondern direkt in einer echten Kaffeerösterei. Das macht Lust auf mehr! Der Kaffee ist ordentlich verpackt, mit Datum und Informationen über die Herkunft oder Herstellung versehen. Für mich als Kaffeeinteressierten ideal.

Die schwierigste Entscheidung musste ich dann gleich am Anfang treffen: Welchen der 3 Kaffeesorten soll ich denn als erstes probieren?

Entschieden habe ich mich für den Jubiläumskaffee – 50 Jahre Kaffeeerfahrung, da muss doch etwas dran sein. Da auf der Beschreibung mit “wie zu Großmutters Zeiten” geworben wurde, habe ich auf einen alten Trick meiner Oma vertraut: Über das aromatische Kaffeepulver habe ich eine Prise Salz gestreut. Nur eine ganz kleine Prise – die genaue Menge weiß wohl nur meine Oma – und der Kaffee erhält eine besondere Note.

Meine Erwartungen wurden nicht getäuscht: Kaffee genau so, wie er sein muss. Schon am Geruch lässt sich der Jubiläumskaffee zu jedem anderen Kaffee aus Großröstereien abgrenzen, der Geschmack hält was er verspricht und zeigt, was eine Mischung bester Bohnen bewirkt. Und obwohl ich Kaffee grundsätzlich schwarz trinke und mein Magen durchaus empfindlich sein kann:

Jubiläumskaffee vom Schneid – das ist echter Kaffee!

Tipps für den Kaffee-Kauf

Der bayerische Rundfunk hat sehr gute Tipps für den Kaffee-Kauf veröffentlicht.
Hier die Informationen in Kurzform:

  • Oft ist Kaffee in Supermärkten mit Karamell gestreckt! Wer auf Qualität setzen will, sollte deshalb darauf achten, nur 100% Röstkaffee einzukaufen. Ein Beispiel dafür ist der Melange, dem damit der typische Kaffeegeruch und die dazu passende Note abgeht. Günstiger als echter Kaffee ist Melange übrigens auch nicht.
  • Meist wird der Hochlandkaffee Arabica angeboten. Günstiger ist jedoch die Robusta-Bohne. Oft werden auch Mischungen aus beiden angeboten. Hier muss  jeder selbst seinen Kaffeegeschmack herausfinden.
  • Kaffee-Pads sind zwar gut, jedoch in der Regel erheblich teurer und sind aufgrund der Alu-Kapseln für umweltfreundliche Kaffeetrinker nicht zu empfehlen. Echtes Kaffeepulver ist hier zu empfehlen.
  • Auf die Fare-Trade-Kaffee-Siegel kann man vertrauen: Das Geld kommt wirklich dort an, wo es benötigt wird.
  • Bio-Kaffee vermindert den Einsatz von Pestiziden. Das ist für den Kaffeetrinker genauso gesünder wie für die Kaffeebauern.
  • Coffee2go-Angebote sind meist überteuert. Zudem verhindert der Plastikdeckel das Ausbreiten der Aromastoffe.

Fazit: Wer auf Qualität setzt, kauft sich FareTrade- und Bio-Kaffee bei einer kleinen Rösterei und nimmt sich für die Zubereitung ordentlich Zeit. Das spart Stress und erhöht den Kaffeegenuss.

Kaffee Röststufen

Kaffeebohnen besitzen von natur aus relativ wenig Geschmack. Das Aroma entfaltet sich erst in der Röstung. Dabei entscheidet die Länge und Temperatur der Röstung ebenso wie das Fachwissen des Röstmeisters und die Qualität des Rohkaffes.

Die klassische Kaffeeröstung gliedert sich in sechs verschiedene Röststufen:

Die helle Röstung, sie wird auch die Zimtröstung genannt. Dabei werden die Kaffeebohnen nur auf 218°C erhitzt und erhalten so zwar einen etwas säuerlichen aber nicht so bitteren Geschmack wie stärker geröstete Bohnen.

Die mittlere Röstung – auch amerikanische Röstung – erhitzt die Bohnen auf 220°C, zudem dauert die Röstung länger als bei der hellen Zimtröstung. Dadurch bekommen die Bohnen eine Farbe, die an das helle Braun der Kastanien erinnert.

Starke Röstung, oder auch helle französische oder wiener Röstung erhitzt die Bohnen auf 222°C und dauert noch einmal länger als die amerikanische Röstung. Durch die höhere Temperatur tritt das Öl der Bohne an die Oberfläche und verleiht der Bohne einen tollen Glanz.

Doppelte Röstung, oder Continental-Röstung, röstet mit 223°C-224°C und länger als bei der starken Röstung. Dadurch wird ein dunkleres braun sowie ebenfalls der Glanz auf der Bohne erreicht.

Espresso Röstung, die Spanische Röstung, erhitzt die Bohnen auf 225°C und dauert länger als die Doppelte Röstung. Dadurch bekommen die Bohnen eine sehr dunkle, bis hin zur schwarzen Farbe. Durch mehr austretendem Fett aus der Bohne wird ein starker Glanz erreicht.
Der Kaffee ist dabei eher bitter, beinhaltet aber weniger Säure als eine helle Röstung und ist dadurch erheblich verträglicher und magenfreundlicher.

Torrefacto Röstung, oder spanische Röstung, mischt während des Röstvorgangs Zucker hinzu. Dies reduziert die Bitterkeit, als auch die Säure der Bohnen und wird gerne in spanischen Kaffeemischungen eingesetzt.

FairTrade Kaffee: TransFair

Der Preiskampf auf den Weltmärkten sorgt dazu, dass viele Kleinbauern durch Verkauf von Rohkaffee nicht einmal mehr ihr Existenzminimum erwirtschaften können. Die Initiative TransFair verpflichtet vertraglich Produzenten, Importeure, Hersteller und Großhändler zur Einhaltung bestimmter Regeln. So müssen Genossenschaften und Plantagenbetreiber soziale, arbeitsrechtliche und ökologische Mindeststandards einhalten. Dazu gehören sowohl sichere und gesunde Arbeitsbedingungen, der Verzicht auf Kinderarbeit, Vermeidung von Diskiminierung und die Umstellung auf ökologische Anbauprogramme.

Besonders werden Kleinbetriebe und Familienbetriebe gefördert. Die Mitglieder werden dabei in alle wichtigen Entscheidungen mit eingebunden. Die Kaufverträge sind dabei auf langfristige Handelsbeziehungen ausgelegt und beinhalten Mindestpreise, die über dem konventionellen Weltmarkt stehen. So ist gesichert, dass Kaffeebauern, die über FairTrade arbeiten, bessere Preise als am normalen Markt bekommen.

Mittlerweile wird fair gehandelter Kaffee weltweit in über 30.000 Supermärkten und 800 Weltläden angeboten. 2009 wurde ein Umsatzwachstum von 21% verzeichnet – mit steigender Prognose. Dies ist auch bitter notwendig: 2009 war nur jede 100. Packung Kaffee in Deutschland ein fair gehandelter Kaffee.
Der Verbraucher hat auch hier den Markt in der Hand und sollte deshalb beim nächsten Einkauf genau auf das Etikett achten.

Wirkung von Kaffee

Das bekannte Koffein ist für die aufmunternde Wirkung im Kaffee zuständig. Koffein findet sich auch in Tee, ein bisschen im Kakao, oder auch im Mate – aber vor allem im Kaffee. Der Magen spaltet die Koffeinelemente, für die Aufnahme ist dann der Darm zuständig. Nach etwa 20-60 Minuten ist das Koffein über den ganzen Körper verteilt und steigert nicht nur die Lernleistung durch Verlängerung der Aufmerksamkeit, sondern blockiert auch Adenosin, welches für sinkenden Blutdruck und die damit verbundene Müdigkeit zuständig ist. Kaffee kurbelt zudem die Verdauung an.

Wichtig ist für die optimale Wirkung von Kaffee die Menge: Mehr als drei Tassen Kaffee pro Tag sind auf Dauer nicht zu empfehlen, wobei allerdings die jeweils individuelle Menge jeder selbst herausfinden muss. Zuviel Kaffee kann zu Herzrasen, Zittrigkeit, Bluthochdruck und Angstgefühlen führen.

Wer Kaffee jedoch nicht in sich hineinschüttet, sondern genüsslich eine Tasse leckeren Kaffees trinkt, hat kaum etwas zu befürchten ;-)

Kaffeegeruch

Ich nutze die Gunst der Stunde, um einfach etwas zu schwärmen… Ich habe mir eben eine frische Tasse Kaffee gemacht. Bereits auf den Weg in die Küche spürte ich die Vorfreude auf den kommenden Geruch. Und als ich die verschlossene Kaffeepackung endlich öffnete, genoss ich die austretende Aroma – es sollen sich ja zwischen 800 und 1000 Aromakaffee in einer Kaffeebohne befinden!

Aber dann schnell den Kaffee machen – jeder austretende Geruchsstoff ist ja danach nicht mehr in der Tasse, sondern eben ausgetreten. Die Kaffeemaschine gurgelt, ich genieße den stressfreien Moment. Endlich ist mein heißersehntes Getränk fertig. Ich schließe die Augen, führe den Kaffee zuerst an die Nase. Leicht schokoladig, leicht bitter, der Kaffee bringt die Fremde und die Fernsucht, sofort bin ich hellwach, habe meine ganze Aufmerksamkeit dem Kaffee zugewandt. Mit weiterhin geschlossenen Augen nehme ich den ersten Schluck meines schwarzen Goldgetränkes und genieße den Geschmack und den Geruch des Kaffees.

Starbucks im Supermarkt

Die Kaffeekette Starbucks hat ein neues Wachstumsfeld gefunden: Neben den Kaffeehäusern in eher nobler Ambiente will die Firma ihren Kaffee nun auch in Supermärkten und Kaffeeautomaten verkaufen.
Dabei sollen sowohl abgefüllte Mischungen, als auch Pulver- und Instant-Kaffee angeboten werden.

Aktuell ist Starbucks mit weltweit 17.000 Filialen eine ernstzunehmende Kaffeemarkte geworden und vor allem in Wachstumsmärkten wie Asien unterwegs. In dem Heimatmarkt USA musste Starbucks dagegen in der Vergangenheit hunderte Filialen schließen – der steigende Preis für Rohkaffee und auch die Wirtschaftskrise ging auch an der großen Kaffeekette nicht vorbei.

Es bleibt spannend, ob Starbucks dies mit ihrem Angebot im Supermarkt auffangen kann.

Die Geschichte des Kaffees

Im Blog der Kaffeerösterei Schneid aus München bin ich auf die Geschichte des Kaffees gestoßen, die von einem Mönch erzählt, der die belebende Wirkung der Kaffeepflanze erst bei Ziegen feststellte und sie anschließend bei sich selbst und seinen Mitmönchen verifizieren konnte. Nach und nach verbreitete sich anschließend die belebende Wirkung der Pflanze.

Eine der ersten Aufzeichnungen über Kaffee ist aus dem 9. Jahrhundert und kommt aus Äthopien. Erst im 14. Jahrhundert wanderte die Kaffeebohne über Sklavenhändler nach Arabien, wo sie seit dem 15. Jahrhundert geröstet und getrunken ist. Aus Mokka wurde der Kaffee anschließend exportiert, was die Hafenstadt bis heute untrennbar mit dem Kaffee verbunden hat.

Die ersten Kaffeehäuser in Europa starteten ihren Betrieb im 16. Jahrhundert und brachten den Kaffee über Venedig, Oxford nach Marsaille und Paris. Seit 1685 existieren auch die bekannten “Wiener Kaffeehäuser” in Österreich.
Die erste deutsche Kaffee-Aufzeichnung verweist auf das Jahr 1673, in dem ein Kaffeehaus in Bremen eröffnet wurde.

So eroberte der Kaffee nach und nach Europa und ist inzwischen in allen Bevölkerungsgruppen verankert.

Kaffee, Kaffee, Kaffee…

Kaffee reagiert die Welt. Mit Kaffee stehen viele Menschen auf, mit Kaffee beginnen sie ihren Arbeitstag, mit Espresso erholen sie sich in der Mittagspause, nutzen einen Cappuccino zum gemütlichen Plausch mit Kollegen und aktivieren die Gemüter am Nachmittag, wenn der Arbeitstag doch wieder zu anstrengend ist.

Kafffee beherrscht unseren westlichen Büroalltag, und ist längst zum Kaffee-Kult geworden. Zahlreiche Caféketten wie Starbucks, Coffee Fellows und viele weitere zeigen der Erfolg des Kaffees auch in den Innenstädten. Erholungsoasen wie das Aran sind für viele Menschen ein wichtiger Bestandteil des Lebens geworden.

Und doch ist Kaffee nicht gleich Kaffee. Hier macht sowohl die Bohne, als auch die Röstung den Unterschied. Industrielle Röstung in großen Mengen ist einfach etwas anderes als die individuelle Röstung von kleinen Mengen mit viel Liebe und Tests zum geschmacklichen Detail.

Es wird spannend, was die einzelnen Kaffeeröster zu bieten haben!